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Meine pädagogische Arbeit

Mein Bild vom Kind / Haltung

„Kinder werden nicht erst zu Menschen – sie sind bereits welche“ (Janusz Korczak, Arzt, Pädagoge und Kinderbuchautor).

Jeder Mensch bringt von Kindheit an unterschiedliche Begabungen, Talente und Interessen mit, die entdeckt, gefördert und herausgefordert werden wollen. Dabei ist mir vor allem der respekt- und würdevolle Umgang wichtig um somit den Eltern und Kindern gleichsam auf Augenhöhe zu begegnen.

„Das Vertrauen eines Kindes zu gewinnen, ist vielleicht eines der größten Geschenke die das Leben zu bieten hat“ (Jesper Juul, Familientherapeut, Buchautor).
Dieses Geschenk der Nähe und des Vertrauens gibt aber auch dem Kind Sicherheit sich auszuprobieren, Neues zu entdecken und über sich hinauszuwachsen. Die Unterstützung zur Entwicklung eigener Vorlieben, persönlicher Stärken, Fähigkeiten und Interessen des Kindes steht für mich im Vordergrund, wobei ich Kinder stets liebevoll und achtsam begleiten möchte. Jedes Kind entwickelt sich anders, entdeckt neue Interessen in seinem eigenen Tempo, geht Entwicklungsschritte mal schnell mal langsam. Jedes Kind ist gut wie es ist. Mit Herz und Einfühlung möchte ich diese Entwicklungsschritte begleiten, Interessen im Spiel aufgreifen und kreative Angebote machen.
Kinder entdecken die Welt völlig neu, sie lernen jeden Tag, sie sehen Details die wir Erwachsenen nicht mehr wahrnehmen. Gemeinsam diesen Weg zu gehen, die Welt durch die Augen der Kinder zu sehen, ist auch für mich außerordentlich bereichernd. Freies Spielen und Lernen, funktioniert für Kinder dabei vor allem aus einem Gefühl der Sicherheit heraus, der Sicherheit angenommen und geliebt zu werden so wie sie sind.

Erziehungsschwerpunkte

Kinder verfügen über weniger Lebenserfahrung als wir Erwachsene, weshalb es unsere Aufgabe ist ihnen Orientierung zu bieten. Sie sind darauf angewiesen, dass wir ihnen Zusammenhänge erklären und sie auf mögliche Folgen ihres Handelns aufmerksam machen. Gerade bei den Kleinsten lässt sich dies oft wunderbar durch Experimente und Versuche „be-greifen“. Hierbei möchte ich mit den Kindern in Beziehung sein, sie unterstützen, schützen und Orientierung bieten. Dabei verzichte ich auf jegliche Belohnungen oder Bestrafungen. Statt dessen stehe ich vor allem für eine bindungs- und bedürfnisorientierte Erziehung, welche sich für einen liebevollen und respektvollen Umgang mit den Bedürfnissen aller, also sowohl Kindern als auch Erwachsenen, einsetzt. Was bedeutet, Ihr Kind wird in einer verlässlichen, vertrauensvollen Umgebung betreut, in der es auf jeden Fall in seinen Bedürfnissen ernst genommen und zugewandt begleitet wird. (vgl. Broderson, 2018, S. 230)
Die Emotionen der Kleinsten sind dabei oft noch sehr groß. Dazu gehören unter anderem sowohl große Freude und Neugierde, als auch Wut und Traurigkeit. Frei nach dem Motto “Ich bin ok wie ich bin“ haben alle diese Gefühle ihre Berechtigung, der Umgang mit diesen muss jedoch noch erlernt werden.
„Die Art, mit der wir zu unseren Kindern sprechen, wird zu ihrer inneren Stimme“
(Peggy O´Mara, Buchautorin). 
Ein schöner Satz den ich mir gerne immer vor Augen halte. Deshalb gehört es zu meiner Priorität mit dem Kind eine individuelle Verbindung einzugehen und in einem einfühlsamen und liebevollen Umgangston zu sprechen. Verbalisieren und spiegeln von Gefühlen des Kindes und Ausdruck meiner Gefühle in Ich-Botschaften sehe ich dabei als meine Aufgabe. Empathische Begleitung legt so den Grundstein zur Selbstliebe und zum Erlernen des adäquaten Umgangs mit allen Gefühlen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meines Umgangs mit Kindern ist die Partizipation. Es ist mir wichtig, dass die Kinder ganz nach ihren Möglichkeiten, ihrem Entwicklungsstand und den gegeben Umständen ihren Tag bei mir selber mitbestimmen. Ich möchte das Kind als Experte seines eigenen Lebens und der eigenen Entwicklung ernst nehmen und dabei begleiten. Dazu gehört, dass das Kind z.b. selbst und frei entscheiden kann ob und was es essen möchte, ob es etwas probieren möchte, ob und wann es schlafen möchte, ob es sich alleine an- und ausziehen möchte, wann es trocken werden möchte, wo und wie es gewickelt werden möchte, was es spielen möchte. So erfahren auch schon die kleinsten Kinder, dass sie und ihre Bedürfnisse gehört werden, dass ihre Meinung zählt und dass sie Selbstwirksamkeit besitzen. (Vgl. Hansen, 2003) 

Förderung verschiedener Bildungsbereiche


Bewegung

Viel frische Luft, Spaziergänge zum nahegelegen Wohnungswald, Spielplätze in der Nähe, sowie unser hauseigener Garten regen zum Krabbeln, Laufen, Springen, Balancieren und Toben an. In der Hofeinfahrt stehen verschiedene Fahrzeuge wie Bobbycar, Dreirad, Roller und Puky Räder zur Verfügung, mit denen in Hof und Garten gefahren werden kann. Im Regen in Pfützen springen, bei Sonne mit Wasser matschen, den Wald entdecken, auf dem Spielplatz toben, oder die Hofeinfahrt hoch und runter düsen machen nicht nur viel Spaß, auch bieten diese Erlebnisse wertvolle Erfahrungen für Ihr Kind.

Spielen & Gestalten

“Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann .“ (Astrid Lindgren, Schriftstellerin).
Wichtig ist mir vor allem das freie Spiel, was bedeutet, ich stelle Ihrem Kind ansprechendes Material und Spielsachen zur Verfügung, gebe auch Anreize für kreative Möglichkeiten, was das Kind spielen möchte entscheidet es allerdings selbst. Dadurch möchte ich die Phantasie anregen, individuelle Interessen berücksichtigen und Partizipation leben. So versuchen wir vielleicht einen Tag unermüdlich aus Knete verschiedene Formen zu gestalten, einen anderen Tag bauen wir große Türme aus Lego, kochen eine Suppe in der Matschküche im Garten, oder gestalten mit Fingerfarbe künstlerische Bilder.

Sprache & Kommunikation

Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmedium. Ich spreche deshalb sehr viel mit den Kindern, verbalisiere stets meine/unsere Tätigkeiten und Emotionen. Durch lustige Reime, gemeinsames schauen von Bilderbüchern, verschiedene Fingerspiele & gesungene Lieder möchte ich die Freude der Kinder am Sprechen und Zuhören wecken.

Mathematik & Naturwissenschaft

Schon die Kleinsten zeigen ein reges Interesse an den Phänomenen des Alltags, haben tausend Fragen und wollen die Welt begreifen. Auch die Grundlagen der Mathematik spielen hierbei schon eine Rolle, z.b. durch das erleben von Mengen, Formen, unterschiedlich großen Gefäßen und Zahlen. Steckspiele, Motorikschleife, Puzzle und Bauklötze fördern dabei hier in der Tagespflege das natürliche Interesse Ihres Kindes.

Unser Garten regt außerdem zum Erleben von Natur an, dort können die Kinder bei entsprechendem Wetter barfuss laufen, fühlen, riechen und hören was die Natur zu bieten hat. Verschiedene Insekten, Blumen und Pflanzen sind im Frühjahr/Sommer für die Kinder von besonderem Interesse.

Soziales Leben

Kleine Kinder unter 3 Jahren, sind nur bedingt empathiefähig und kognitiv nicht in der Lage sich in die Position eines anderen Menschen hineinzuversetzen (Vgl. Graf et al., 2017). Dies berücksichtige ich stets in der Interaktion mit den Kindern, als auch in der Interaktion der Kinder untereinander. Bindung sehe ich dabei als sichere Basis und für die Entwicklung von sozialen Kompetenzen als unverzichtbar. Im Miteinander mit Kindern ist es mir deshalb wichtig einen höflichen, netten, sozialen Umgang vorzuleben und Konflikte unter den Kindern einfühlsam zu begleiten.
Kleine Kinder spielen noch nicht direkt miteinander, eher nebeneinander und lernen soziale Umgangsformen vor allem durch Beobachtung anderer Menschen. Das geschieht natürlich auch hier in der Tagespflege im Zusammensein der Tageskinder, als auch durch mich als Tagesmutter, meine beiden Kinder welche ab mittags dazu stoßen, aber auch z.b. durch Besuche auf dem Spielplatz oder der Oma nebenan.

Quellen:

Brodersen, Hanna (2018): Dich durch mein Herz sehen – Gewaltfreie Kommunikation für
Eltern, Tologo Verlag

Graf, Danielle und Seide, Katja (2017): Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch die Trotzphase, Beltz Verlag

Hansen, Rüdiger (2003): Die Kinderstube der Demokratie – Partizipation in Kindertagesstätten, https://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/gruppenleitung-    erzieherin-kind-beziehung-partizipation/mitbestimmung-der-kinder-partizipation/1087